Leitartikel 48-3 (April, Mai, Juni 2017)

Über Auferstehung

kquaas 200Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. (Lukas 24,5–6). Dabei hatten die Frauen damals ja gar keinen Lebenden gesucht. Sie hatten den toten Jesus ...

 

gb 48 3 leitartikel... gesucht. Sein Grab besuchen wollen. Mit einem lebenden Jesus hatten sie nicht gerechnet. Wieso auch? Sie hatten ihn ja sterben sehen. Er war tot. Und dann am Grab: Erstmal gar kein Jesus. Kein toter und auch kein lebendiger Jesus. Nur zwei Boten, die es offenbar besser wussten und die die Frauen wieder losschickten.

 

Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.
Suchen Sie Gott? Wo suchen Sie nach Gott? In der Kirche, im Wald, in den Augen eines Kindes, im Flügelschlag des Schmetterlings, am Grab eines geliebten Menschen, im Weinglas – oder jenseits von all dem? Als ob Gott irgendwo nicht zu finden wäre. Als ob es den Ort gäbe an dem Gott nicht ist. Aber „finden“ – das ist eben noch etwas Anderes. – Wollen Sie Gott finden?


Irgendwie wäre es doch auch leichter gewesen, wenn sie damals den Toten gefunden hätten, statt das leere Grab. Das wäre normal gewesen. Das hätte den Erwartungen entsprochen. Aber so war es nicht. Da waren nur diese beiden Boten, die die Frauen wieder auf den Weg schickten. Ohne klare Zielvorgaben übrigens. Keine Anweisung, wo sie suchen sollten. In der Kirche, im Wald, in den Augen eines Kindes, im Flügelschlag des Schmetterlings, am Grab eines geliebten Menschen, im Weinglas oder in Jerusalem. Einzige Anweisung: „Denkt daran, was er euch gesagt hat.“ Der auferstandene Jesus hat dann sie gefunden. Nicht sie ihn. Sondern er sie. So war es und so wird es immer sein. Gott findet uns. Aber lassen Sie uns nicht aufhören, nach Gott zu suchen.

Ihre Pfarrerin Anne Kathrin Quaas