Leitartikel 51-1 (Dezember 2019, Januar, Februar 2020)

Lichtgestalten

kquaas 200

Es ist die Zeit der Lichtgestalten. Ob himmlischer oder irdischer Art – sie kreuzen immer wieder unseren Weg in den Tagen des Advents. Eigentlich unübersehbar. Denn: Eine Lichtgestalt, das ist...

 

...   jemand, der in der Dunkelheit strahlt. Eine Lichtgestalt scheint nur aus Licht zu bestehen und erhellt die Dunkelheit um sie her. Sie „erleuchtet“ mit ihrer Intelligenz, ihrem Aussehen und ihrem Charme, ihrer Botschaft. Mit ihrer Ausstrahlung erfasst sie alle, die sich in ihrer Nähe befinden.
Wir werden am 4. Dezember Kirschzweige in unsere Wohnzimmer stellen und bei guter Pflege werden sie um Weihnachten herum aufblühen. Der Brauch erinnert an die heilige Barbara, für die die Botschaft vom Mensch gewordenen Gott über-lebenswichtig wurde.
Wir werden am 6. Dezember unsere Stiefel vor die Tür stellen und üben uns mit dem Füllen der Stiefel im Geben und Beschenken. Damit erinnern wir an den heiligen Nikolaus, der – so erzählt es die Legende – den Töchtern einer armen Familie geholfen hat, indem er heimlich Goldklumpen durch ihr Fenster warf, um ihnen so die Mitgift zu ermöglichen.
Am 13. Dezember wird – vor allem in Skandinavien – das Luciafest gefeiert. Ein Lichterfest, das auch Bezug nimmt auf die heilige Lucia, die freie Hände brauchte, um die Armen besser versorgen zu können, und deshalb die Kerzen als Lichterkranz auf dem Kopf trug.Apropos Lichterkranz – den zünden wir auch an, Sonntag für Sonntag eine Kerze mehr. Und das tun wir in Erwartung einer großen Lichtgestalt: Jesus Christus. Sohn Gottes.
Und alle Lichtgestalten, die ansonsten im Advent unsere Wege kreuzen – seinen es Menschen oder Engel – weisen auf diese eine Lichtgestalt hin. Denn in Jesus kommt Gott zu seinen Menschen. Was kann uns Menschen Besseres passieren?
Nichts kann besser sein als diese Nachricht: Gott ist bei seinen Menschen. Mensch geworden. Diese Nachricht hat Barbara, Nikolaus und Lucia zu Lichtgestalten gemacht.
Sie macht auch Sie und mich zu Lichtgestalten. Damit es hell wird an den Wegeskreuzungen im Advent. Damit es heller wird in dieser Welt.
Deshalb: „So soll auch euer Licht vor den Menschen leuchten: Sie sollen eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen!“ (Matthäus 5, 16)
Ihnen und den Menschen, die Ihren Weg kreuzen, wünsche ich eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

Ihre Pfarrerin Anne Kathrin Quaas